Schädlingssteckbriefe, Fachwörter und wichtige Themen rund um die Schädlingsbekämpfung.
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BEHANDLUNG VON TEXTILIEN BEI SCHÄDLINGSBEFALL
Wenn zwischen Winter- und Sommerkleidung gewechselt wird, kommen sie meist zum Vorschein: Textilschädlinge. Ein Schädlingsbefall durch Kleidermotten und andere Tiere ist nicht nur ein Problem für das Sommerkleid und den Wintermantel, sondern auch für unsere Gesundheit. Was können wir bei einem Schädlingsbefall von Textilien machen?

Was sind Textilschädlinge und wie kann ich sie erkennen?
Typischerweise sind es Kleidermotten und Teppichkäfer, die wir als Textilschädlinge bezeichnen könnten, allerdings gibt es zahlreiche Tiere, die sich nur zu gerne in Textilien einnisten, sie als Brutstätte nutzen oder diese einfach nur anknabbern.
Kleidermotten sind auch vom Laien leicht zu erkennen: Sie haben glänzende und meist weiße Flügel, einen rostfarbenen Kopf und werden bis zu 9 mm lang.
Auch Teppichkäfer sind noch einfach zu identifizieren: Sie werden nur halb so groß wie Kleidermotten und haben weiße, braune oder schwarze Flecken. Am ehesten können Teppichkäfer mit Marienkäfern verwechselt werden, jedoch ist der Teppichkäfer wesentlich kleiner (ca. 3-4 mm).
Im Gegensatz zu diesen beiden Schädlingen sind andere Tiere sehr viel schwerer zu bestimmen, so dass ein Experte zu Rate gezogen werden sollte.
Textilschädlinge Vorbeugung
Simple Vorbeugemaßnahmen sind die beste Maßnahme gegen die Schädlinge, da sie dort ansetzen, wo ein Befall noch gar nicht stattgefunden hat. Allgemeine Vorbeugemaßnahmen sind etwa:
Regelmäßiges Ausklopfen, Absaugen und auch Waschen von Kleidern, Teppichen und Polstermöbeln ist eine der wichtigsten Maßnahmen
Räume und auch Schränke sollten öfter durchgelüftet werden, was vor allem vor einem Befall durch Motten schützt – vergessen Sie dabei Ritzen und schwer erreichbare Stellen nicht
Wertvolle Kleidungsstücke können verpackt werden – hierfür gibt es spezielle Plastikbeutel, Leinen- und Papiertücher, aber auch Zeitungspapier ist ausreichend
Ätherische Öle, wie Zedernholz und Lavendel, sind ebenfalls hilfreich dabei Motten und Co. abzuschrecken

Larve einer Kleidermotte
Textilien bei Schädlingsbefall behandeln
Ist der Befall trotz der Vorbeugemaßnahmen eingetreten, hilft der Kammerjäger. Möchten Sie es jedoch zunächst selbst versuchen, sind folgende Schritte sinnvoll:
- Kleider ausschütteln – dabei werden die Eier der Kleidermotten herausfallen; dies sollte draußen geschehen
- Kleidung prüfen – auch nach dem Ausschütteln sollte die Kleidung sorgfältig auf Befall geprüft werden
- Kleidung in die Sonne legen – oft reicht schon Sonneneinstrahlung aus, damit die Eier nicht mehr schlüpfen können
- Kleidung waschen – die befallene Kleidung muss bei mind. 50°C in der Waschmaschine gewaschen werden
- Tiefkühlen – gibt es Kleidungsstücke, die nicht gewaschen werden können, sollten diese für 24 Stunden tiefgekühlt werden
- Kleiderschrank reinigen – Auskratzen und Absaugen der Kanten, Spalten und Schraubenlöcher im Kleiderschrank
- Pheromonfallen aufstellen – diese helfen dabei, den Befall zu überwachen. Geht die Anzahl der Schädlinge zurück oder werden es immer mehr Falter in der Falle? (Bitte beachten Sie, dass Pheromonfallen ein reines Hilfsmittel zur Überwachung sind. Fälschlicherweise wird auf den Gebrauchsanleitungen der Fallen oft angegeben das mit Hilfe der Fallen Schädlinge bekämpft werden können. Pheromonfallen locken zwar männliche Motten an und fangen diese, die Begattung der weiblichen Schädlinge hat jedoch meistens schon stattgefunden, bevor die Männchen auf der Falle landen. Das „echte“ Weibchen ist für die männlichen Schädlinge weitaus interessanter als der „nachgebaute“ Lockstoff auf den Pheromonfallen.)
- Einsatz von Insektiziden – diese Option sollten Sie dem Fachmann überlassen; vermeiden Sie Eigenexperimente mit denen Sie unnötig ihre gesamte Wohnung mit Gefahrstoffen kontaminieren

Kleidermotte – Tineola bisselliella
FAQ zur Behandlung von Textilien bei Schädlingsbefall
Welche Schädlinge befallen Textilien am häufigsten?
Zu den häufigsten Textilschädlingen zählen Kleidermotten, Teppichkäfer und deren Larven. Sie ernähren sich von Naturfasern wie Wolle, Seide oder Baumwolle und verursachen dabei Löcher und Schäden an Kleidung, Teppichen oder Polstermöbeln – ein Problem, das auch in Haushalten in Hamm, Dortmund oder Münster häufig auftritt.
Wie sollten befallene Textilien richtig behandelt werden?
Befallene Textilien sollten bei mindestens 60 °C gewaschen werden, um Eier, Larven und Schädlinge zuverlässig abzutöten. Empfindliche Stoffe können alternativ eingefroren (mindestens -18 °C über mehrere Tage) oder professionell gereinigt werden. Wichtig ist, alle betroffenen Textilien gleichzeitig zu behandeln, um einen erneuten Befall zu vermeiden.
Reicht Waschen allein aus, um Schädlinge zu beseitigen?
Waschen ist ein wichtiger Schritt, reicht aber oft nicht aus. Auch Schränke, Teppiche und umliegende Bereiche sollten gründlich gereinigt und kontrolliert werden. Ohne zusätzliche Maßnahmen kann sich der Befall schnell erneut ausbreiten.
Wie kann ich meine Textilien langfristig vor Schädlingsbefall schützen?
Saubere, trockene und gut gelagerte Kleidung ist weniger anfällig für Schädlinge. Luftdichte Aufbewahrung, regelmäßiges Lüften sowie der Einsatz von natürlichen Abwehrmitteln wie Lavendel können helfen. Zusätzlich empfiehlt sich eine regelmäßige Kontrolle – besonders in gefährdeten Regionen wie Ahlen oder Dortmund.
Wann ist eine professionelle Schädlingsbekämpfung sinnvoll?
Wenn der Befall größer ist oder trotz eigener Maßnahmen immer wieder auftritt, sollte ein Fachbetrieb hinzugezogen werden. Professionelle Schädlingsbekämpfer erkennen die Ursache, behandeln betroffene Bereiche gezielt und sorgen dafür, dass deine Textilien langfristig geschützt bleiben.
Bei diesem Schädlingssteckbrief handelt es sich um eine Kundeninformation der Berufsverbände: Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung e.V. (VFöS), Deutscher Schädlingsbekämpfer Verband e.V. (DSV) und Schädlingsbekämpfer-Verband Sachsen (SVS). Text und Fotos von Dr. Martin Felke.