Schädlings-Wiki

Schädlingssteckbriefe, Fachwörter und wichtige Themen rund um die Schädlingsbekämpfung.
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Getreidekapuziner (rhizopertha dominica)

Aussehen

Der Getreidekapuziner (Rhizopertha dominica) ist ein relativ kleiner Käfer, der nur 2,5 bis 4 mm lang wird. Die Tiere sind braun bis schwarz gefärbt und haben einen zylinderförmigen Körper. Der Halsschild überragt den Kopf wie eine Kapuze, worauf auch der deutsche Name hinweist. Die letzten 3 Fühlerglieder sind stark vergrößert. Sie bilden eine sog. Endkeule, die länger ist als der übrige Teil des Fühlers. Dieses Detail lässt sich aber nur mit einem Mikroskop erkennen.

Lebensweise

Wie der Name schon andeutet, findet man diese Käfer in Getreide. Im Laufe ihres Lebens legen die Weibchen bis zu 500 Eier ab. Nach dem Schlupf aus dem Ei bohren sich die Larven in Getreidekörner ein. Hier verwerten sie vor allem die eiweißhaltigen Bestandteile. Kohlehydrate werden dagegen weitgehend unverdaut als weißes Bohrmehl wieder ausgeschieden. Die aus den Tropen stammende Art kann sich bei Temperaturen zwischen 22 und 38°C entwickeln. Fallen die Temperaturen längere Zeit unter 10°C, so sterben die Käfer ab. Bei einer konstanten Temperatur von 28°C dauert die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer nur 4 Wochen.

Abbildung 1: Der Kopf ist beim Getreidekapuziner von oben nicht zu sehen

Vorkommen

Getreidekapuziner stammen zwar ursprünglich aus den Tropen, sind aber mittlerweile weltweit verbreitet. In Deutschland findet man die Art in Getreidesilos, Mühlen, Bäckereien und anderen Lebensmittelbetrieben, in denen Getreide produziert wird. Mit befallenem Getreide oder Getreideprodukten können sie auch in Privathaushalte eingeschleppt werden.

Abbildung 2: Der Kopf ist unter dem Halsschild verborgen

FAQ zum Getreidekapuziner

Bei diesem Schädlingssteckbrief handelt es sich um eine Kundeninformation der Berufsverbände: Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung e.V. (VFöS), Deutscher Schädlingsbekämpfer Verband e.V. (DSV) und Schädlingsbekämpfer-Verband Sachsen (SVS). Text und Fotos von Dr. Martin Felke.