Schädlings-Wiki

Schädlingssteckbriefe, Fachwörter und wichtige Themen rund um die Schädlingsbekämpfung.
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Kornkäfer (SITOPHILUS GRANARIUS)

Aussehen

Die bräunlich gefärbten Kornkäfer (Sitophilus granarius) werden ca. 5 mm lang und haben einen rüsselförmig verlängerten Kopf (s. Abb. 1). Beine und Fühler sind etwas heller gefärbt als der restliche Körper. Am Ende dieses „Rüssels“ befinden sich die Mundwerkzeuge, mit denen die Käfer kleine Löcher in die Schale von Getreidekörnern beißen können. Die Käfer sind nicht in der Lage zu fliegen, da die Flügeldecken miteinander verwachsen sind.

Lebensweise

Wie der Name schon andeutet, entwickeln sich diese Käfer vor allem in Getreide. Zur Eiablage frisst das Weibchen zunächst ein Loch in die Samenschale des Korns. Dort hinein legt es ein einzelnes Ei und verschließt die Öffnung anschließend wieder mit einem speziellen Sekret. Insgesamt kann ein Weibchen im Laufe seines Lebens 200 bis 300 Eier ablegen. Die gesamte Entwicklung vom Ei bis zur Puppe vollzieht sich im Inneren des Getreidekorns, das dabei fast vollständig ausgefressen wird. Erst die Käfer verlassen das Getreidekorn wieder um sich zu paaren und um Eier abzulegen. Bei einer Temperatur von 27°C dauert die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer nur rund einen Monat. Die Käfer sind vergleichsweise langlebig und können bei einer konstanten Temperatur von 10°C über 2 Jahre leben. In geheizten Lagerräumen treten 3 bis 4 Generationen pro Jahr auf.

Abbildung 1: Kornkäfer sind gefürchtete Getreideschädlinge

Vorkommen

Der Kornkäfer ist weltweit einer der wichtigsten Vorratsschädlinge. Ursprünglich stammt die Art vermutlich aus Vorderasien und Indien. In Deutschland treten die Tiere vor allem in Getreidesilos bzw. in Getreidelagern auf. Mit befallenem Getreide können sie auch in Privathaushalte gelangen.

Abbildung 2: Befallenes Getreide

FAQ zum Kornkäfer

Bei diesem Schädlingssteckbrief handelt es sich um eine Kundeninformation der Berufsverbände: Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung e.V. (VFöS), Deutscher Schädlingsbekämpfer Verband e.V. (DSV) und Schädlingsbekämpfer-Verband Sachsen (SVS). Text und Fotos von Dr. Martin Felke.