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Schädlings-Wiki

Schädlingssteckbriefe, Fachwörter und wichtige Themen rund um die Schädlingsbekämpfung.
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Kornkäfer (SITOPHILUS GRANARIUS)

Der Kornkäfer (Sitophilus granarius) ist ein Vorratsschädling mit auffällig verlängertem Kopf. Seine Larven entwickeln sich im Inneren von Getreidekörnern und bleiben dadurch zunächst verborgen. Häufig fällt ein Befall erst auf, wenn Käfer herumlaufen oder runde Ausfluglöcher in den Körnern sichtbar werden. Wichtig ist die Kontrolle des gesamten betroffenen Vorrats.

Kornkäfer im Überblick

Merkmal Details
Wissenschaftlicher Name Sitophilus granarius
Größe Etwa 3–5 mm
Aussehen Braun bis dunkelbraun, länglicher Käfer
Auffälliges Merkmal Rüsselförmig verlängerter Kopf
Flugfähigkeit Flugunfähig
Larvenentwicklung Verborgen im Getreidekorn
Mögliche Fundorte Getreidevorräte, Saaten, Tierfutter und Körnerkissen

Aussehen und Befallsspuren

Der typische Rüssel unterscheidet Kornkäfer von vielen anderen kleinen Vorratskäfern. An seiner Spitze sitzen die Mundwerkzeuge. Für die sichere Abgrenzung zu verwandten Arten, etwa Reis- oder Maiskäfern, können weitere Merkmale erforderlich sein.

Kontrollieren Sie ganze Körner auf kleine runde Öffnungen. Sie entstehen, wenn erwachsene Käfer das Korn verlassen. Unauffällig aussehende Körner können dennoch Eier oder Larven enthalten. Eine Prüfung ausschließlich auf sichtbare Käfer unterschätzt deshalb möglicherweise den Befall.

Lebensweise und Verbreitung

Das Weibchen legt ein Ei in ein vorbereitetes Loch im Korn. Dort entwickelt sich die Larve geschützt weiter und frisst den Inhalt. Erst das erwachsene Tier verlässt das Korn. Wärme kann die Entwicklung beschleunigen; kühlere Lagerung bremst sie.

Im Haushalt gelangen Kornkäfer häufig mit bereits befallenen Produkten an ihren Fundort. Neben Getreide für die Küche sollten Tierfutter, Vogelfutter, Dekorationen mit Körnern und Körnerkissen geprüft werden. Weil die Tiere laufen können, muss ein späterer Fund außerhalb der Packung nicht auf eine zweite Einschleppung zurückgehen.

Was tun gegen Kornkäfer?

  1. Befallene Produkte verschlossen aus dem Vorratsbereich entfernen.
  2. Benachbarte Packungen und selten genutzte Körnermaterialien prüfen.
  3. Schränke, Fugen und Lagerflächen von Resten befreien.
  4. Kontrollierte Vorräte in feste, dicht schließende Behälter umfüllen.
  5. In den folgenden Wochen auf weitere Käfer und betroffene Produkte achten.

Das Aussieben sichtbarer Käfer genügt nicht, weil Entwicklungsstadien im Korn bleiben können. In großen Lagern müssen Befallsumfang, Warenmenge und geeignete Verfahren fachlich bewertet werden. Verfahren für große Warenmengen werden anhand der Befallssituation ausgewählt. Eine gegebenenfalls erforderliche Begasung ist ausschließlich eine Aufgabe für entsprechend befugte Fachleute. Fachliche Grundlagen bietet das Umweltbundesamt.

Häufige Fragen zum Kornkäfer

Bei diesem Schädlingssteckbrief handelt es sich um eine Kundeninformation der Berufsverbände: Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung e.V. (VFöS), Deutscher Schädlingsbekämpfer Verband e.V. (DSV) und Schädlingsbekämpfer-Verband Sachsen (SVS). Text und Fotos von Dr. Martin Felke.

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