Schädlingssteckbriefe, Fachwörter und wichtige Themen rund um die Schädlingsbekämpfung.
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Kornkäfer (SITOPHILUS GRANARIUS)
Der Kornkäfer (Sitophilus granarius) ist ein Vorratsschädling mit auffällig verlängertem Kopf. Seine Larven entwickeln sich im Inneren von Getreidekörnern und bleiben dadurch zunächst verborgen. Häufig fällt ein Befall erst auf, wenn Käfer herumlaufen oder runde Ausfluglöcher in den Körnern sichtbar werden. Wichtig ist die Kontrolle des gesamten betroffenen Vorrats.
Kornkäfer im Überblick
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Sitophilus granarius |
| Größe | Etwa 3–5 mm |
| Aussehen | Braun bis dunkelbraun, länglicher Käfer |
| Auffälliges Merkmal | Rüsselförmig verlängerter Kopf |
| Flugfähigkeit | Flugunfähig |
| Larvenentwicklung | Verborgen im Getreidekorn |
| Mögliche Fundorte | Getreidevorräte, Saaten, Tierfutter und Körnerkissen |

Aussehen und Befallsspuren
Der typische Rüssel unterscheidet Kornkäfer von vielen anderen kleinen Vorratskäfern. An seiner Spitze sitzen die Mundwerkzeuge. Für die sichere Abgrenzung zu verwandten Arten, etwa Reis- oder Maiskäfern, können weitere Merkmale erforderlich sein.
Kontrollieren Sie ganze Körner auf kleine runde Öffnungen. Sie entstehen, wenn erwachsene Käfer das Korn verlassen. Unauffällig aussehende Körner können dennoch Eier oder Larven enthalten. Eine Prüfung ausschließlich auf sichtbare Käfer unterschätzt deshalb möglicherweise den Befall.
Lebensweise und Verbreitung
Das Weibchen legt ein Ei in ein vorbereitetes Loch im Korn. Dort entwickelt sich die Larve geschützt weiter und frisst den Inhalt. Erst das erwachsene Tier verlässt das Korn. Wärme kann die Entwicklung beschleunigen; kühlere Lagerung bremst sie.

Im Haushalt gelangen Kornkäfer häufig mit bereits befallenen Produkten an ihren Fundort. Neben Getreide für die Küche sollten Tierfutter, Vogelfutter, Dekorationen mit Körnern und Körnerkissen geprüft werden. Weil die Tiere laufen können, muss ein späterer Fund außerhalb der Packung nicht auf eine zweite Einschleppung zurückgehen.
Was tun gegen Kornkäfer?
- Befallene Produkte verschlossen aus dem Vorratsbereich entfernen.
- Benachbarte Packungen und selten genutzte Körnermaterialien prüfen.
- Schränke, Fugen und Lagerflächen von Resten befreien.
- Kontrollierte Vorräte in feste, dicht schließende Behälter umfüllen.
- In den folgenden Wochen auf weitere Käfer und betroffene Produkte achten.
Das Aussieben sichtbarer Käfer genügt nicht, weil Entwicklungsstadien im Korn bleiben können. In großen Lagern müssen Befallsumfang, Warenmenge und geeignete Verfahren fachlich bewertet werden. Verfahren für große Warenmengen werden anhand der Befallssituation ausgewählt. Eine gegebenenfalls erforderliche Begasung ist ausschließlich eine Aufgabe für entsprechend befugte Fachleute. Fachliche Grundlagen bietet das Umweltbundesamt.
Häufige Fragen zum Kornkäfer
Können Kornkäfer fliegen?
Nein. Diese Art ist flugunfähig. Fliegende Käfer in der Nähe von Vorräten können daher zu einer anderen Art gehören, etwa dem Tabakkäfer.
Sind Kornkäfer im Körnerkissen möglich?
Ja, wenn die Füllung ein geeignetes Entwicklungsmedium bietet. Kontrollieren Sie bei einem unklaren Fund deshalb auch solche Gegenstände. Beachten Sie beim weiteren Umgang die Pflegehinweise und tauschen Sie befallene Produkte gegebenenfalls aus.
Reicht eine dicht geschlossene Verpackung als Schutz?
Sie schützt vor Einwanderung, beseitigt aber keinen bereits mitgebrachten Befall. Lagern Sie neue Waren übersichtlich und vermischen Sie ältere und neue Vorräte nicht ungeprüft.
Wann ist professionelle Hilfe sinnvoll?
Bei anhaltendem Auftreten, größeren Getreidemengen oder einem gewerblichen Lager. Wespina kann Befallsermittlung und weiteres Vorgehen mit Ihnen abstimmen. In Lebensmittelbetrieben sollte der Fund in die Eigenkontrolle nach HACCP einfließen.
Bei diesem Schädlingssteckbrief handelt es sich um eine Kundeninformation der Berufsverbände: Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung e.V. (VFöS), Deutscher Schädlingsbekämpfer Verband e.V. (DSV) und Schädlingsbekämpfer-Verband Sachsen (SVS). Text und Fotos von Dr. Martin Felke.



