Schädlings-Wiki

Schädlingssteckbriefe, Fachwörter und wichtige Themen rund um die Schädlingsbekämpfung.
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Reiskäfer (sitophilus oryzae)

Aussehen

Die maximal 3,5 mm langen Reiskäfer (Sitophilus oryzae) besitzen rüsselförmig verlängerte und nach unten gebogene Mundwerkzeuge. Auf den Flügeldecken fallen 4 unregelmäßig geformte, orangefarbene bis rötliche Flecken auf. Der Halsschild weist ein Muster aus zahlreichen, länglichen Punkten auf. Nur die Mittellinie des Halsschilds ist glatt (siehe Abbildung 1). Die engerlingsförmigen Larven bekommt man normalerweise nicht zu Gesicht, da sie sich innerhalb von Reis- und Getreidekörnern entwickeln.

Lebensweise

Der Reiskäfer befällt vor allem Getreide wie Weizen, Mais und Reis. Zur Eiablage frisst das Weibchen zunächst ein Loch in die Schale des Getreidekorns. Dann legt es ein einzelnes Ei in diese Öffnung und verschließt das Loch anschließend mit einem speziellen Sekret. Die Larve entwickelt sich innerhalb des Getreidekorns und höhlt es vollständig aus. Die aus den Tropen stammenden Käfer können fliegen und sind recht wärmeliebend. Bei entsprechend hohen Temperaturen dauert die gesamte Entwicklung nur knapp einen Monat. Die Käfer sind frostempfindlich und sterben bereits bei 0°C nach kurzer Zeit ab. In geheizten Lagerräumen treten 3 bis 4 Generationen pro Jahr auf.

Abbildung 1: Reiskäfer sind tropische Getreideschädlinge

Vorkommen

Reiskäfer leben hauptsächlich in den Tropen. Nach Deutschland werden sie regelmäßig vor allem mit Reislieferungen eingeschleppt. Man findet die Art bei uns vor allem in Getreidelägern oder Lebensmittelbetrieben, in denen Reis und andere Getreidearten verarbeitet werden.

Abbildung 2: Der Kornkäfer ist nah mit dem Reiskäfer verwandt

FAQ zum Reiskäfer

Bei diesem Schädlingssteckbrief handelt es sich um eine Kundeninformation der Berufsverbände: Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung e.V. (VFöS), Deutscher Schädlingsbekämpfer Verband e.V. (DSV) und Schädlingsbekämpfer-Verband Sachsen (SVS). Text und Fotos von Dr. Martin Felke.