Schädlings-Wiki

Schädlingssteckbriefe, Fachwörter und wichtige Themen rund um die Schädlingsbekämpfung.
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Rötelmaus (myodesglareolus)

Aussehen

Die Rötelmaus (Myodesglareolus) ist eine relativ kleine Mäuseart. Die sog. Kopf-Rumpf-Länge, also die Körperlänge ohne den Schwanz, liegt zwischen sieben und dreizehn Zentimetern. Der Schwanz wird drei bis sechs Zentimeter lang und bleibt somit deutlich kürzer als der restliche Körper. Das Körpergewicht liegt bei maximal 35 Gramm. Das Fell ist auf der Oberseite rötlichbraun bis rötlich gefärbt – auf diese spezielle Färbung ist auch die deutsche Bezeichnung der Art zurückzuführen. Manche Individuen besitzen aber auch ein gelblichbraunes Rückenfell. Das Fell auf der Körperunterseite ist weißlich bis grau gefärbt. Die Ohren sind deutlich erkennbar, werden aber bei weitem nicht so groß wie bei der Hausmaus. Hausmäuse besitzen darüber hinaus auch einen wesentlich längeren Schwanz, der ungefähr so lang ist wie der restliche Körper.

Lebensweise

Rötelmäuse können tag-, nacht- oder auch dämmerungsaktiv sein. Sie halten keinen Winterschlaf und sind ganzjährig aktiv. Ihre Nester legen sie unterirdisch an. Ihr Gangsystem verläuft in der Regel in der Laubstreu. Im Winter legen die Tiere ihre Laufgänge unter der Schneedecke an. Das Nahrungsspektrum ist sehr vielseitig und variiert je nach Jahreszeit beträchtlich. Während die Tiere im Frühjahr hauptsächlich Gräser, krautige Pflanzen und Keimlinge fressen, nehmen sie im Sommer und im Herbst auch Knospen, Samen, Früchte, Moose und Pilze zu sich. Für den Winter legen sie Nahrungsdepots mit Eicheln, Bucheckern oder auch Haselnüssen an. Darüber hinaus fressen sie im Winter vor allem Baumrinde. Bei einem massenhaften Auftreten gelten die Tiere daher in der Forstwirtschaft auch als Pflanzenschädlinge. Daneben verzehren Rötelmäuse aber auch Insekten, Spinnen oder andere Wirbellose.

Abbildung 1: Rötelmäuse gelten als Überträger der gefährlichen Hantaviren

Vorkommen

Diese kleine Wühlmausart besiedelt große Teile Europas und Nordasiens. In Mitteleuropa lebt sie vorwiegend in Laub- oder Mischwäldern. Im nördlichen Skandinavien kommt sie aber auch in reinen Nadelwäldern vor. Aber auch in Hecken und Feuchtgebieten fühlt sich diese extrem häufige Mäuseart wohl. Ebenso werden Gärten in Dörfern und Städten besiedelt – selbst in Großstädten ist die Art häufig. Oft findet man ihre Nester, die aus Laub und trockenem Moos bestehen, in Scheunen, Gartenhütten oder Lagern.

FAQ zur Rötelmaus

Bei diesem Schädlingssteckbrief handelt es sich um eine Kundeninformation der Berufsverbände: Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung e.V. (VFöS), Deutscher Schädlingsbekämpfer Verband e.V. (DSV) und Schädlingsbekämpfer-Verband Sachsen (SVS). Text und Fotos von Dr. Martin Felke.