Schädlings-Wiki

Schädlingssteckbriefe, Fachwörter und wichtige Themen rund um die Schädlingsbekämpfung.
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Schmeissfliegen (calliphora vicina)

Aussehen

Schmeißfliegen (Calliphora vicina) sind relativ große und kräftig gebaute Fliegen, die bis zu 13 mm lang werden. Oft werden die Tiere auch als Blaue Brummer bezeichnet, da ihr Körper dunkelblau bis blaugrün gefärbt ist. Lediglich die Augen dieser Fliegen sind rot (s. Abb. 1). Die weißlichen Maden haben wie alle Fliegenlarven keine Beine und werden bis zu 18 mm lang (s. Abb. 2).

Lebensweise

Diese Fliegenart legt ihre Eier vor allem an Fleischabfällen, Fischabfällen oder toten Tieren ab. Hier entwickeln sich die weißlichen Maden innerhalb kurzer Zeit in großen Mengen. Um sich zu verpuppen verlassen die Fliegenmaden ihr Brutsubstrat und verkriechen sich in einem trockenen Versteck ganz in der Nähe. Dies ist der Grund, warum man die Maden regelmäßig am Deckel von Biomülltonnen findet. Die Weibchen legen im Laufe ihres Lebens insgesamt ca. 700 Eier. Im Sommer benötigen die Maden nur rund 10 Tage für ihre Entwicklung. Aufgrund dieser schnellen Entwicklungszeit und der Fruchtbarkeit der Weibchen können sich Schmeißfliegen im Sommer rasant vermehren, wenn sie geeignete Brutplätze finden. Die Fliegen verkriechen sich im Herbst in geschützten Verstecken im Haus um hier zu überwintern.

Abbildung 1: Schmeißfliegen sind gefährliche Hygieneschädlinge

Vorkommen

Diese Fliegenart ist weltweit verbreitet. In tropischen Regionen der Welt sind die Tiere das ganze Jahr über aktiv. In Mitteleuropa dauert die Aktivitätsperiode der Art meist nur von Mai bis Oktober. Schmeißfliegen kommen häufig in die Wohnung um hier Nahrung zu suchen und um ihre Eier abzulegen. Regelmäßig entwickeln sich die Maden in Biomülltonnen oder in Komposthaufen, wenn hier Nahrungsmittelreste entsorgt werden.

Abbildung 2: Die Maden von Schmeißfliegen findet man regelmäßig in Biomülltonnen

FAQ zur Schmeißfliege

Bei diesem Schädlingssteckbrief handelt es sich um eine Kundeninformation der Berufsverbände: Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung e.V. (VFöS), Deutscher Schädlingsbekämpfer Verband e.V. (DSV) und Schädlingsbekämpfer-Verband Sachsen (SVS). Text und Fotos von Dr. Martin Felke.