Schädlings-Wiki

Schädlingssteckbriefe, Fachwörter und wichtige Themen rund um die Schädlingsbekämpfung.
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Tabakkäfer (lasioderma serricorne)

Aussehen

Der Tabakkäfer (Lasioderma serricorne) erreicht lediglich eine Körperlänge von rund vier Millimetern. Die Körperfärbung variiert zwischen braungelb bis braunrot. Der Kopf wird vom Halsschild überdeckt, so wie dies auch bei den anderen Arten aus der Familie der Nagekäfer üblich ist. Um die Art eindeutig von den sehr ähnlichen aussehenden Brotkäfern oder Gemeinen Nagekäfern unterscheiden zu können ist ein gutes Mikroskop Voraussetzung. Nur so erkennt man die charakteristische Antennenform – der Insektenkundler spricht hier von sog. „gesägten Antennen“. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man die Bestimmung derartig kleiner, brauner Käfer daher am besten einem Fachmann überlassen.

Lebensweise

Wie der Name bereits andeutet, ist diese Käferart in der Lage sich in Tabak zu entwickeln. Das in Tabak enthaltene Nikotin schadet den Larven nicht, da es von speziellen Mikroorganismen, die im Darm der Larven leben, abgebaut wird. Daneben werden aber auch alle möglichen Arten von getrockneten Vorräten befallen wie zum Beispiel Getreideprodukte, Tees, getrocknete Kräuter, Gewürze oder Trockenfrüchte. Bei einer Temperatur von 25°C beträgt der komplette Entwicklungszyklus nur zwei Monate. Bei Temperaturen unter 10°C können die Tiere nur kurz überleben.

Abbildung 1: Seitenansicht des Tabakkäfers – die typische Antennenform ist gut erkennbar

Vorkommen

Diese Vorratsschädlinge sind weltweit verbreitet. Ihre Empfindlichkeit gegenüber niedrigen Temperaturen deutet aber darauf hin, dass sie ursprünglich aus den Tropen stammen. In Mitteleuropa beschränkt sich ihr Vorkommen daher auf lebensmittelverarbeitende Betriebe, Warenhäuser oder Vorratslager.

Abbildung 2: Von oben betrachtet ist der Kopf nicht sichtbar

FAQ zum Tabakkäfer

Bei diesem Schädlingssteckbrief handelt es sich um eine Kundeninformation der Berufsverbände: Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung e.V. (VFöS), Deutscher Schädlingsbekämpfer Verband e.V. (DSV) und Schädlingsbekämpfer-Verband Sachsen (SVS). Text und Fotos von Dr. Martin Felke.